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Schwere Motoren sind eure Leidenschaft? Ihr seid gerne auf Achse und die Arbeit am Schreibtisch ist euch eindeutig zu langweilig? Dann könnte die Berufskraftfahrer-Ausbildung genau das Richtige für euch sein.

Als Lkw-Fahrer seid ihr das Bindeglied zwischen Unternehmen, Waren und Kunden und sorgt dafür, dass alle Güter zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Der Beruf als Berufskraftfahrer ist sehr abwechslungsreich und ihr seid stets mit den verschiedensten Menschen an den unterschiedlichsten Orten in Kontakt.

Auch die Jobchancen als Berufskraftfahrer sind gut: Weil es an Fahrern im Güterverkehr mangelt, gibt es viele Jobs und freie Ausbildungsplätze. Die Chancen sind groß auch nach der Ausbildung übernommen zu werden.

Doch wie wird man Lkw-Fahrer und welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Ausbildungsberuf Berufskraftfahrer im Güterverkehr.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Berufskraftfahrer

Eigentlich ist kein Schulabschluss notwendig, um einen Ausbildungsplatz als Lkw-Fahrer zu erhalten. Viele Unternehmen wünschen sich aber mindestens einen Hauptschulabschluss. Einige verlangen zudem einen Führerschein der Klasse B – ob ein Ausbildungsbetrieb dies verlangt, steht in der Stellenanzeige. Zudem müsst ihr mindestens 18 Jahre alt sein.

Wie werde ich Lkw-Fahrer?

Um Lastkraftwagen fahren zu dürfen, ist eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer notwendig. Als Berufskraftfahrer stehen euch grundsätzlich zwei Berufswege offen: Ihr könnt entweder Güter oder Personen transportieren. Also für Speditionen und Unternehmen Güter von A nach B oder mit Bussen Erwachsene und Kinder zur Arbeit, Schule oder in den Urlaub fahren.

Ablauf der Lkw-Fahrer-Ausbildung

In der Regel dauert die Ausbildung zum Lkw-Fahrer drei Jahre und wird den gesamten Zeitraum bezahlt. Es handelt sich um eine duale Ausbildung. Das heißt, ihr arbeitet direkt zu Beginn der Ausbildung im Unternehmen, besucht aber auch die Berufsschule.

Im ersten Lehrjahr lernt ihr viel über Fahrzeuge, Motoren und die Fahrzeugphysik. Außerdem steht sicheres Verladen und Entladen sowie das Sichern der Fracht auf dem Lehrplan. Auch die Dokumentation muss gelernt werden: Die Planung von Fahrten und korrekte Abrechnungen gehören dazu.

Im zweiten Lehrjahr beginnt das Fahrtraining. Je nachdem, bei welchem Arbeitgeber ihr lernt, werdet ihr unterschiedliche Fahrzeuge führen, zum Beispiel Tanklaster oder Seitenlader, und den entsprechenden Lkw-Führerschein machen. Das Fahren bei Nacht, Sichern von Unfallstellen, Fahrzeugchecks und kleine Reparaturen gehören ab dann auch zu den Aufgaben.

Im dritten Lehrjahr plant und fahrt ihr eigene Touren im In- und Ausland, am Anfang mit erfahrenen Kollegen zusammen. Am Ende steht dann die theoretische und praktische Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer an. Neben der theoretischen Abschlussprüfung werden insgesamt fünf praktische Aufgaben gestellt. Hier müsst ihr zum Beispiel rückwärts an eine Entladestation heranfahren oder erklären, wie ein geplatzter Bremsschlauch repariert wird.

Das Ausbildungsgehalt von Berufskraftfahrern

Das Gehalt ist je nach Ausbildungsplatz und -betrieb ganz unterschiedlich. Im ersten Ausbildungsjahr verdient ein Fahrer zwischen 560 und 895 Euro brutto. Im zweiten Lehrjahr liegt das Gehalt zwischen 590 und 950 Euro brutto und im dritten zwischen 630 und 1.000 Euro brutto. Abhängig ist der Verdienst davon, in welchem Bereich und in welcher Branche ihr den Job des Berufskraftfahrers lernt.

Auch, was ihr nach der Ausbildung verdient, hängt vom Unternehmen, eurer Erfahrung, dem Standort sowie der Arbeitszeit ab. Das Gehalt von Lkw-Fahrern liegt etwa zwischen 1.700 und 4.500 Euro brutto monatlich. Zum Einstieg könnt ihr mit einem Gehalt von 1.700 bis 1.900 Euro brutto rechnen.

Die Kosten für den Lkw-Fahrerschein

Um Lkw fahren zu dürfen, benötigt ihr einen zusätzlichen Führerschein. Dort lernt ihr, wie ihr die großen und schweren Lastkraftwagen sicher steuert. Hierfür müsst ihr spezielle Fahrstunden nehmen und je nach Größe des Lkw eine bestimmte Lkw-Führerscheinklasse erwerben.

Die Fahrerlaubnis kostet in der Regel zwischen 1.300 und 2.000 Euro. Manche Firmen beteiligen sich an den Kosten des Lkw-Führerscheins. Dies könnt ihr auch individuell mit eurem Arbeitgeber aushandeln. Eine Förderung könnt ihr außerdem bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen.

Wie sieht der Arbeitsalltag des Berufskraftfahrers aus?

Wer Güter transportiert, hat oft keine geregelten Arbeitszeiten. Je nach Zielort seid ihr mehrere Tage oder am Wochenende unterwegs und transportiert Güter quer durch Deutschland oder sogar Europa. Am Start- und Zielort seid ihr mit anderen Menschen in Kontakt und überwacht die sichere Beladung und Entladung des Lkw.

Unterwegs seid ihr weitgehend auf euch allein gestellt und könnt die Zeit mit Funk, Radio, Podcasts oder Hörbüchern verbringen. Dabei gilt bei euren Fahrten immer: Sicherheit geht vor. Denn ihr transportiert Güter, die unbeschädigt am Zielort ankommen sollen, und seid mit anderen Menschen im Straßenverkehr unterwegs. Deshalb liegt das Einhalten der gesetzlichen Pausenzeiten und die Verkehrstüchtigkeit der Fahrzeuge in eurer Verantwortung. Da sich Gesetze ändern können und die Verkehrssicherheit an oberster Stelle steht, ist die Auffrischung des Führerscheins alle 5 Jahre notwendig.

Welche Weiterbildungen für Lkw-Fahrer gibt es?

Es gibt verschiedene Fortbildungen und Aufstiegschancen. Ihr könnt euch zum Beispiel auf den Transport von Gefahrgütern spezialisieren oder Zugmaschinen- oder Sonderfahrzeugführer werden. Wenn ihr eines Tages doch einen Bürojob vorzieht, gibt es die Möglichkeit als Techniker in Verkehrs- oder Straßenbauverwaltungen zu arbeiten. Auch in der Logistik von Transport- und Verkehrsunternehmen gibt es Jobs für erfahrene Berufskraftfahrer. Und natürlich ist der Wechsel in den Personenverkehr möglich, wenn ihr den entsprechenden Führerschein zur Personenbeförderung besitzt.

Alle wichtigen Informationen zur Ausbildung zum Lkw-Fahrer auf einen Blick

  • Empfohlene Voraussetzungen: Hauptschulabschluss, Freude am Fahren und Verantwortungsbewusstsein
  • Ausbildungsdauer und Gehalt: 3 Jahre mit einem Einstiegsgehalt ab 560 Euro brutto im 1. Lehrjahr bis 1.000 Euro brutto im 3. Lehrjahr; gute Chancen, übernommen zu werden
  • Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: Zwischen 1.700 und 1.900 Euro brutto – doch die Löhne sollen angehoben werden. Mit mehr Berufserfahrung steigt das Gehalt
  • Ausbildungsunternehmen: Logistikunternehmen, Speditionen, Unternehmen des Güterkraftverkehrs
  • Die Fahrerlaubnis kostet in der Regel zwischen 1.300 und 2.000 Euro. Diese wird manchmal vom Arbeitgeber übernommen, manche Arbeitgeber beteiligen sich auch dran
  • Arbeitszeiten: Schichtdienst, auch am Wochenende
  • Qualifikationsmöglichkeiten: Weiterbildung zum Techniker, Fachwirt oder Berufskraftmeister

Wie ihr seht, ist der Beruf des Lkw-Fahrers nicht nur abwechslungsreich und interessant. Ihr kommt auch mit ganz vielen Menschen zusammen und erledigt die unterschiedlichsten Aufgaben. Und natürlich macht es unheimlich viel Spaß Trucks zu steuern. Also liebe Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen: Wagt das Abenteuer Berufskraftfahrer!