Historie der Tankstelle | Stories from the Tanke https://www.stories-from-the-tanke.de Fri, 08 Dec 2017 08:36:56 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.9 https://www.stories-from-the-tanke.de/wp-content/uploads/2017/02/cropped-Stories_from_the_Tanke_Fav-1-32x32.png Historie der Tankstelle | Stories from the Tanke https://www.stories-from-the-tanke.de 32 32 124893457 Revolution am Straßenrand https://www.stories-from-the-tanke.de/revolution-am-strassenrand/ https://www.stories-from-the-tanke.de/revolution-am-strassenrand/#comments Mon, 06 Nov 2017 14:48:25 +0000 https://www.stories-from-the-tanke.de/?p=1201 Die Zukunft des Tankens: Alles andere als verrückte Visionen. Als sich Mel Gibson 1981 als „Mad Max“ in einer ziemlich düsteren Zukunftsvision heftig um die letzten Benzinvorräte prügeln musste, konnte er es noch nicht ahnen. Aber heute ist allen klar: Verbrennungsmotoren sind die Technologie der Vergangenheit. Die Zukunft gehört eindeutig der Elektromobilität. Aber was bedeutet […]]]>

Die Zukunft des Tankens: Alles andere als verrückte Visionen.

Als sich Mel Gibson 1981 als „Mad Max“ in einer ziemlich düsteren Zukunftsvision heftig um die letzten Benzinvorräte prügeln musste, konnte er es noch nicht ahnen. Aber heute ist allen klar: Verbrennungsmotoren sind die Technologie der Vergangenheit. Die Zukunft gehört eindeutig der Elektromobilität. Aber was bedeutet das für die bisherigen Schlüsselstellen im Straßenverkehr – die Tankstellen? Denn wenn alle ihre Fahrzeuge zu Hause aufladen und an der „Tanke“ keine Treibstoffe mehr verkauft werden – was dann? Doch die Revolution am Straßenrand ist bereits auf vollen Touren. Wir fassen kurz zusammen, welche Ideen es für die „Tankstelle der Zukunft“ gibt.

Die E-Rotunde an der Tankstelle Fürholzen West.

(c) Tank und Rast

Bis 2050 soll der Verkehr in Deutschland keine Emissionen mehr verursachen – so die Vorgabe der Bundesregierung. Das erscheint noch sehr weit weg zu sein. Doch die rund 14.000 heute existierenden Tankstellen in Deutschland müssen jetzt schon schrittweise ihr Angebot anpassen, um in den nächsten Jahrzehnten noch eine Geschäftsgrundlage zu haben. Reisende, Pendler, Trucker und sonstige Autofahrer sollen schließlich weiterhin einen guten Grund haben, „ihre“ Tanke anzusteuern. Und es gibt auch schon einige Konzepte für die Zukunftssicherung. Hier ein paar der wichtigsten.

Die Tankstelle als Supermarkt. „Gibt’s doch schon!“, werden jetzt viele sagen. Stimmt. Aber nicht in dem Umfang, der jetzt geplant wird. Denn Tankstellen sollen regelrechte Warenhäuser werden und arbeiten dafür bereits mit passenden Partnern zusammen. Aral schon länger mit Rewe – und Shell jetzt mit Amazon: An vielen Shell-Standorten werden Amazon-Paketschränke aufgestellt, aus denen sich Kunden rund um die Uhr ihre Pakete abholen können. Vielleicht dauert es nicht mehr lange, bis wir Sätze wie diesen sagen: „Schatz, ich fahr’ eben zur Tanke, Zigaretten und deine neuen Schuhe holen!“Mögliche Zukunft der Tankstellen: Umnutzung zum Supermarkt.

Die Tankstelle als Café. Klar, auch das gibt es schon. Aber neu sind die gezielten Partnerschaften von markenstarken Anbietern aus der Gastronomiebranche mit Tankstellenketten. Esso setzt dabei auf Tchibo, Shell auf Starbucks. Entscheidend ist dabei aber, dass das Personal hinter dem Tresen nicht einfach nur „Woll’n se noch’n Kaffee?“ brummelt oder auf Nachfrage stumm zum entsprechenden Automaten zeigt. Stattdessen werden Verkaufstrainings durchgeführt, um Kunden ein echtes, entspanntes und serviceorientiertes „Café-Erlebnis“ in der Tankstelle zu bieten. Die (Marken-)Qualität des Kaffees muss dann natürlich mithalten – Fern- und Vielfahrer sind schließlich anspruchsvolle Konsumenten.

Mögliche Zukunft der Tankstellen: Umnutzung zum Café.

Die Tankstelle als … Tankstelle? Hier sind heute noch viele Fragen offen. Das Prinzip „Stromtankstelle“ könnte natürlich funktionieren – aber dafür müssten zunächst die Ladezeiten wesentlich verkürzt werden. Vielleicht sind aber auch Wasserstoff und Flüssiggas die wichtigeren emissionsarmen und klimaneutralen Treibstoffe der Zukunft, wer weiß. Auch dafür müssten sich die Tankstellen (um)rüsten – wenn es denn soweit ist. Doch bis dahin fließen mit Sicherheit noch etliche Gallonen Super und Diesel durch die Zapfsäulen der Nation. Also beobachten wir die Revolution am Straßenrand einfach weiter – bis irgendwann klar ist, welche Route sie einschlägt.

Die größte Tankstelle der Welt in Luxemburg.

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Edle Tropfen von der Tanke. https://www.stories-from-the-tanke.de/edle-tropfen-von-der-tanke/ https://www.stories-from-the-tanke.de/edle-tropfen-von-der-tanke/#respond Sun, 03 Sep 2017 06:53:39 +0000 https://www.stories-from-the-tanke.de/?p=1128 Aus Tankstelle wird Weinhandel. An der Kokenmühle im niedersächsischen Lingen fließt der Sprit nicht mehr aus der Zapfsäule, sondern wird ab Herbst 2017 in wohlgeformten Flaschen verkauft. Die seit langem nicht mehr betriebene Tankstelle an der Bernd-Rosemeyer-Straße wird elegant eingeglast und Teil der Geschäftsräume eines örtlichen Weinhandels.   In den 1950er Jahren, als das Wirtschaftswunder […]]]>

Aus Tankstelle wird Weinhandel.

An der Kokenmühle im niedersächsischen Lingen fließt der Sprit nicht mehr aus der Zapfsäule, sondern wird ab Herbst 2017 in wohlgeformten Flaschen verkauft. Die seit langem nicht mehr betriebene Tankstelle an der Bernd-Rosemeyer-Straße wird elegant eingeglast und Teil der Geschäftsräume eines örtlichen Weinhandels.

Blick auf die neue Weinhandlung Willenbrock

 

In den 1950er Jahren, als das Wirtschaftswunder begann und Deutschland sich zum Autoland entwickelte, war es durchaus angesagt, dass Design bei der Gestaltung von Tankstellen eine Rolle spielen sollte. Wie bei der ehemaligen NITAG-Großtankstelle direkt im Zentrum Lingen mit aufgehängter Glasfassade. Die Idee für diese Gestaltung kam damals aus den USA und war so einzigartig, dass die Tanke später unter Denkmalschutz gestellt wurde, obwohl sie zu der Zeit gar nicht mehr genutzt wurde. Das wiederum verärgerte zahlreiche Lingener Bürger, die das Bauwerk eher als Schandfleck denn als schützenswertes Relikt der Wirtschaftswunder-Ära ansahen. Schließlich war das Bauwerk im Laufe der Zeit immer unansehnlicher geworden. Da stand sie nun, die alte Tankstelle und keiner wusste so recht, was man damit anfangen sollte.

Die alte NITAG-Tankstelle in Lingen vor dem Umbau

Bis der Erbe Gerd Bailer gemeinsam mit dem Bauingenieur Christoph Hofschröder die Initiative ergriff und die Idee einer Einhausung der alten Tankstelle entwickelte, um sie auch weiterhin nutzen zu können. Zu dem Zeitpunkt befand sich die Weinhandlung Willenbrock auf Standortsuche und nahm Kontakt zu Gerd Bailer auf, woraufhin sich eine Bauherrengemeinschaft bildete. Dann ging alles ganz schnell, die denkmalgeschützte Tankstelle wurde verglast und organisch in das neue Gebäude integriert, so dass aus dem Schandfleck jetzt ein architektonisches Highlight wird. Statt Oktan gibt es demnächst Promille, statt „Gute Fahrt“ heißt es dann „Prost“ und wer sich in der neuen Weinhandlung mit edlen Tropfen und ausgesuchten Spritsorten eindeckt, der sollte beim Auto fahren lieber vorsichtig sein. Das Wort „volltanken“ kriegt in diesem Zusammenhang jedenfalls eine ganz andere Bedeutung.

Die neue Filiale der Weinhandlung Willenbrock in Lingen

 

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Kleinod in Oberschwaben. https://www.stories-from-the-tanke.de/kleinod-in-oberschwaben-2/ https://www.stories-from-the-tanke.de/kleinod-in-oberschwaben-2/#respond Fri, 18 Aug 2017 08:00:32 +0000 https://www.stories-from-the-tanke.de/?p=1139 MTB-Tankstelle in Tettnang erhält Denkmalschutzpreis. Denkmalschutz: Da denkt man normalerweise an barocke Schlösser, antike Tempel oder eindrucksvolle Häuser, die bereits Jahrhunderte alt sind. Doch kaum jemand würde bei diesem Stichwort auf eine Tankstelle kommen. Irrtum! Denn im oberschwäbischen Tettnang gibt es eine, die als Kulturdenkmal anerkannt ist und im letzten Jahr sogar den Denkmalschutzpreis des […]]]>

MTB-Tankstelle in Tettnang erhält Denkmalschutzpreis.

Denkmalschutz: Da denkt man normalerweise an barocke Schlösser, antike Tempel oder eindrucksvolle Häuser, die bereits Jahrhunderte alt sind. Doch kaum jemand würde bei diesem Stichwort auf eine Tankstelle kommen. Irrtum! Denn im oberschwäbischen Tettnang gibt es eine, die als Kulturdenkmal anerkannt ist und im letzten Jahr sogar den Denkmalschutzpreis des Landes Baden Württemberg gewonnen hat.

Die denkmalgeschützte MTB-Tankstelle in Tettnang bei Tag.

Eigentlich ist eine Tanke ein eher unansehnliches Etwas, das in erster Linie seinen Zweck zu erfüllen hat, nämlich Kraftfahrzeuge mit Sprit zu versorgen. Deshalb spielen bei der Planung einer solchen ästhetische Gesichtspunkte eine untergeordnete Rolle, sieht man vielleicht mal von irgendwelchen Gummitieren auf dem Dach ab, die allerdings auch nicht gerade eine Augenweide sind. Um so mehr traut man seinen Augen nicht, wenn man die kleine Tankstelle in der Ravensburger Straße im beschaulichen Tettnang erblickt. Sie scheint wirklich aus einer anderen Zeit zu kommen, besonders, wenn man sie mit einer „normalen“ Tankstelle in der unmittelbaren Nachbarschaft vergleicht. Dabei ist sie bis heute in Betrieb und nicht etwa als Museum, sondern als ganz normale Zapfstation mit kleinem Shop, die laut MTB Geschäftsführer Fritz Wahr „ihre Arbeit tun muss, wie jede andere Tankstelle auch.“

Von Weitem besehen wirkt sie fast puppenhaft. Gerade mal zwei Zapfsäulen stehen an der kleinen Autovorfahrt, deren Durchfahrtshöhe so gering ist, dass ein hoher LKW dort seine Probleme haben dürfte. Doch das Design ist geradezu klassisch. Ein abgerundeter Grundriss mit rundem Fensterband, der blitzend weiße Anstrich und die roten Streifen an den Fenstern lassen an Bilder von Edward Hopper oder die Bauhaus Architektur der zwanziger Jahre denken. Einfach schön! 1950 nach einem Entwurf der Deutsch-Amerikanischen-Petroleumgesellschaft gebaut, hat unsere neue Lieblingstanke souverän die Zeit überdauert und ist aus dem Ortsbild von Tettnang nicht mehr wegzudenken. Und von welcher Tanke kann man das heutzutage noch sagen.

Die denkmalgeschützte MTB-Tankstelle in Tettnang bei Nacht.

Dafür hat sie auch im Jahr 2016 den Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg erhalten, als erste Tankstelle überhaupt. Dass sie überhaupt noch in Betrieb ist, verdanken wir der Fritz Wahr Energie GmbH & Co KG aus Nagold, die insgesamt 21 MTB-Tankstellen betreibt und das Objekt 2005 übernommen hat, obwohl es nicht gerade modernen Tankstellen-Standards entspricht. Laut GF Fritz Wahr war es die „Freude am Historischen“, die dazu geführt hat, die Tanke zu reaktivieren und 2016 liebevoll zu restaurieren. Es geht also auch anders und Herr Wahr wirkt so, als habe er sein Engagement für das Kleinod in Tettnang noch keine Sekunde bereut. Mehr davon!

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Rechteckig, praktisch, gut – die Zapfsäule. https://www.stories-from-the-tanke.de/rechteckig-praktisch-gut-die-zapfsaeule/ https://www.stories-from-the-tanke.de/rechteckig-praktisch-gut-die-zapfsaeule/#respond Wed, 05 Apr 2017 12:00:36 +0000 https://www.stories-from-the-tanke.de/?p=705 Von der Eisernen Jungfrau zur MPD-Tankanlage. wird zwar extrem häufig genutzt, doch die meisten Menschen schenken ihr nur wenig Beachtung. Und das, obwohl sie tagein tagaus zuverlässig ihren Dienst verrichtet und uns großzügig den Stoff für unsere mobile Freiheit spendet. Die Rede ist von der guten alten Zapfsäule, die inmitten des tosenden Verkehrs auf Autobahnen, […]]]>

Von der Eisernen Jungfrau zur MPD-Tankanlage.

Sie wird zwar extrem häufig genutzt, doch die meisten Menschen schenken ihr nur wenig Beachtung. Und das, obwohl sie tagein tagaus zuverlässig ihren Dienst verrichtet und uns großzügig den Stoff für unsere mobile Freiheit spendet. Die Rede ist von der guten alten Zapfsäule, die inmitten des tosenden Verkehrs auf Autobahnen, Ausfallstraßen und in Innenstädten ein rechtes Schattendasein führt. Dabei spielt sie an jeder Tankstelle die Hauptrolle und gehört zur absoluten Grundausstattung; denn ohne sie kann man das Tanken vergessen. Doch das hilft ihr nicht, mehr Aufmerksamkeit zu erlangen, dazu ist sie wahrscheinlich nicht sexy genug. Mittelfristig ist sie sogar vom Aussterben bedroht, wenn man die Diskussionen über alternative Energien und emissionsarme Treibstoffe berücksichtigt. Dann wird sie irgendwann von den Stromtanken ersetzt werden, die inzwischen immer häufiger das Straßenbild prägen. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg und so wird sie uns noch eine ganze Weile mit ihrer unaufdringlichen Zuverlässigkeit erfreuen.

Historische amerikanische Zapfsäule. In der Tat ist die Zapfsäule insofern ein echtes Phänomen, als dass sie sich in ihrem Grundkonzept seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht wesentlich verändert hat. Sicher, eine einfache Zapfsäule aus der Gründerzeit, damals noch „Eiserne Jungfrau“ genannt, sieht schon ein wenig anders aus als die heutigen sogenannten MPDs (Abkürzung für Multiple Product Dispenser), aber an der Funktionsweise hat sich bis heute nicht viel geändert. Damals stand sie allerdings noch prominent am Straßenrand vor Kaufhäusern oder Kneipen und das Benzin musste mühsam von Hand gezapft werden. Und auch der Glaszylinder zum Ablesen der gezapften Benzinmenge von außen musste erst noch entwickelt werden, was in den 30er Jahren geschah. Später kam dann noch ein richtiges Zählwerk mit Preisanzeige dazu und seit Ende der 70er Jahre wurden die ersten elektronischen Preisrechner genutzt. Das war sozusagen das vorweggenommene erste Zapfsäulensterben, denn nun wurde das sympathische und beruhigende Rattern der Mechanik durch ein diffuses Gurgeln ersetzt, das man noch heute an der Tankstelle vernimmt, wenn man genau hinhört. Ein weiterer Schritt war die Einführung der MPDs, jetzt konnte man an einer Zapfsäule alle möglichen Kraftstoffe parallel tanken, was vorher nicht möglich war.

Alte, amerikanische Zapfsäule aus den 1960er JahrenDazu gibt es die Hochleistungssäulen speziell für LKWs, die eine mehr als dreimal so hohe Durchlaufgeschwindigkeit bieten, damit der Trucker nicht allzu lange warten muss, bis der Tank endlich voll ist. Doch das war’s auch schon mit den Neuentwicklungen, ansonsten  hat sich bei der Zapfsäule nichts Wesentliches geändert. Es gab keine Revolution, vielmehr steht sie seit nunmehr fast 100 Jahren als eine verlässliche Säule der Kontinuität im Strudel der rasanten technischen Entwicklungen und liefert unseren fahrbaren Untersätzen Kraft und Nahrung. Sie sieht auch ihren ursprünglichen Vorgängern immer noch erstaunlich ähnlich, auch wenn sie im Laufe der Jahre ein wenig eckiger geworden ist. Vielleicht denkt ja der ein oder andere beim nächsten Tanken daran, welch unaufdringliches Meisterwerk seinen Tank befüllt und wird mit etwas mehr Respekt auf diesen langjährigen Begleiter unserer Mobilität schauen. Die Zapfsäule hat ihn sicherlich verdient.

 

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