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Tanken extrem: Wieviel Treibstoff moderne Containerschiffe bunkern – und was das kostet.

Tanknadel am unteren Limit? Runter von der Route, ran an die LKW-Tanksäule, einmal volltanken. Als Trucker kennt man das: Die Prozedur dauert halt ein bisschen, jedenfalls meist deutlich mehr als mit einem PKW. Tanken geht aber noch wesentlich extremer. Zum Beispiel, wenn gigantische Containerschiffe ihren ebenso gigantischen Durst nach Treibstoff stillen.

Containerschiff mit ISO-Containern auf dem Meer

Der Stoff, um den es dabei geht, hat allerdings wenig mit Benzin oder Diesel zu tun. Schiffstreibstoff besteht nämlich in der Regel aus einem Mix aus Schweröl und Dieselöl, in der Fachsprache IFO genannt, „Intermediate Fuel Oil“. Bei Raumtemperatur kann man das Zeug übrigens in Stücke schneiden, denn es ist dann nicht flüssig – es verhält sich mehr wie Bitumen. Vor dem Betanken eines Containerschiffes, was als „Bunkern“ bezeichnet wird, muss das IFO auf 50 bis 60 Grad Celsius erhitzt werden. Und natürlich auch, um es aus dem dafür mit Heizspiralen ausgerüsteten Treibstoff-Bunker zum Schiffsmotor pumpen zu können.

Der große Containerhafen

„Schiffsmotor“ – klingt ganz normal, ist es aber auch nicht. Denn in einem dieser heute üblichen, unfassbar riesigen Containerschiff wie der „CMA CGM Nevada“ – Kapazität 12.552 Container, 187.000 Tonnen Gesamtgewicht – werkelt ein wahres Motor-Monster: Ein Zweitakt-Zwölfzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung und Ladeluftkühlung. Und mit 98.280 PS. Noch mal, ganz langsam: Achtundneunzigtausendzweihundertachtzig PS. Motorgewicht: 1.951 Tonnen, die beiden Turbolader (je 15 Tonnen) mal nicht eingerechnet.

Einfahrt in den Containerhafen

Da muss man wohl auch als gestandener Trucker schlucken, wenn man sich solche Leistungsdimensionen vorstellt. Und erst recht, wenn man dann hört, was das Riesenteil selbst so schluckt: Die Tanks der „Nevada“ fassen 11.500 Tonnen Schweröl. Einmal volltanken kostet bei den aktuell gängigen Preisen also deutlich mehr als 5 Millionen Euro. Und der Verbrauch? Rund 312 Tonnen IFO in 24 Stunden – bei voller Beladung und ca. 24 Knoten (etwa 45 km/h) Schiffsgeschwindigkeit.

Beim nächsten Tankstopp also mal ganz gelassen auf die Uhr und die Literanzeige schauen. Ist ja dann doch wohl eher ein Klacks im Vergleich. Und als Kapitän auf der Autobahn wird man auch deutlich seltener seekrank!