Schlagwort: Lkw-Fahrer | Stories from the Tanke https://www.stories-from-the-tanke.de Sun, 23 Sep 2018 08:18:33 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.9 https://www.stories-from-the-tanke.de/wp-content/uploads/2017/02/cropped-Stories_from_the_Tanke_Fav-1-32x32.png Schlagwort: Lkw-Fahrer | Stories from the Tanke https://www.stories-from-the-tanke.de 32 32 124893457 Die Fahrerkabine als Arbeitsplatz – gilt der Arbeitsschutz? https://www.stories-from-the-tanke.de/fahrerkabine-als-arbeitsplatz/ https://www.stories-from-the-tanke.de/fahrerkabine-als-arbeitsplatz/#comments Sun, 23 Sep 2018 06:39:32 +0000 https://www.stories-from-the-tanke.de/?p=1585 Rechtlich gesehen, liegt die Fahrerkabine als Arbeitsplatz in einer Grauzone. Deshalb gilt auch der Arbeitsschutz – der eigentlich für die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer sorgt – hier nur eingeschränkt. Aber wenn die Fahrerkabine für Lkw-Fahrer nicht als Arbeitsplatz gilt, was dann? Wir haben uns für Stories-from-the-Tanke auf die Suche nach Antworten gemacht. Die Arbeitsstättenverordnung […]]]>

Rechtlich gesehen, liegt die Fahrerkabine als Arbeitsplatz in einer Grauzone. Deshalb gilt auch der Arbeitsschutz – der eigentlich für die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer sorgt – hier nur eingeschränkt. Aber wenn die Fahrerkabine für Lkw-Fahrer nicht als Arbeitsplatz gilt, was dann? Wir haben uns für Stories-from-the-Tanke auf die Suche nach Antworten gemacht.

Die Arbeitsstättenverordnung schützt die Beschäftigten

Ziel der Arbeitsstättenverordnung ist es Arbeitnehmer vor unzumutbaren Verhältnissen zu schützen. Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sollen so verhindert werden. Der Arbeitgeber hat also dafür zu sorgen, dass das Umfeld während der Arbeit gesundheitlich zuträglich ist. Wesentlicher Bestandteil sind:

  • die Raumluft
  • die Raumtemperatur
  • die Beleuchtung

Bedeutet: Es darf nicht zu dunkel sein und die Temperatur sowie die Raumluft am Arbeitsplatz müssen für den Arbeitnehmer angenehm sein. Das gilt insbesondere auch bei Pausenräumen und die Sanitäranlagen. Aber auch der Nichtraucherschutz muss gewährleistet werden. So steht es in §3a Abs. 2 der Arbeitsstättenverordnung. Achtung, jetzt wird es kurz kompliziert: Die Umsetzung der Anforderungen wird nach einer so genannten Gefährdungsbeurteilung je Betrieb festgelegt. In den so genannten „Technischen Regeln für Arbeitsstätten“, wird dann festgehalten, wie die Verordnung umzusetzen ist. So verwirrend das auch klingen mag, es ist unheimlich wichtig um die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen. Deshalb sollte sich auch jeder damit beschäftigen. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie einfordern.

 

Und was hat das mit Lkw-Fahrern zu tun?

Ehrlich gesagt nicht viel. Denn die Arbeitsstättenverordnung schließt „Transportmittel, die im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden“ direkt zu Anfang aus. Und ein Lkw ist ein Transportmittel – kein Gebäude. Deshalb muss zum Beispiel kein Ruheraum möglich sein. Lediglich §5, der Nichtraucherschutz, gilt auch hier. Das bedeutet – wenn man es verschärft formuliert – dass die Fahrerkabine als Arbeitsplatz nicht anerkannt wird. Diese Tatsache dürfte wohl dem ein oder anderen Lkw-Fahrer wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen. Denn wer als Lkw-Fahrer unterwegs ist, verbringt wohl den Löwenanteil seiner Arbeitszeit hinterm Steuer. Auf Autobahnen, Bundesstraßen und Co. In Deutschland und oftmals sogar in ganz Europa. Auch der Großteil der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten findet in der Fahrerkabine statt. Man würde also durchaus die Fahrerkabine als Arbeitsplatz der Berufskraftfahrer betiteln. Und das machen wir in der Alltagssprache auch so. Rein rechtlich gesehen, ist sie das aber nicht. Und darin liegt die Krux. Denn Arbeitsstättenregel, Arbeitsstättenverordnung und Co. gelten – wie schon gesagt – für die Fahrerkabine nur eingeschränkt.

 

Die Fahrerkabine als Arbeitsplatz: Fröhliches Schwitzen

Was das für Lkw-Fahrer bedeutet, hat sich gerade in diesem Sommer gezeigt. Wir erinnern uns an die Hitzewelle – die nun zum Glück überstanden ist. Zumindest für dieses Jahr. Aber auch in Zukunft ist mit extremen Wetterlagen und Hitzewellen zu rechnen. Für Berufskraftfahrer wird ihr Arbeitsplatz dann zum Hitzebelastungstest.

Wir erinnern uns: Die Raumtemperatur soll angenehm sein: Die aktuelle Arbeitsstättenverordnung sieht grundsätzlich vor, dass es möglich sein muss Arbeitsunterkünfte über den Nutzungszeitraum hinweg auf mindestens +21°C zu heizen. Die Lufttemperatur darf laut Arbeitsstättenrichtlinie außerdem +26° C nicht übersteigen. Aber die Arbeitsstättenverordnung gilt ja nicht für Lkw. Hier ist die Temperatur also eigentlich egal. Jedenfalls für den Gesetzgeber.

Während der Fahrt läuft die Klimaanlage – also alles kein Problem. Schwierig wird es in den Ruhezeiten. Wenn der Lkw auf einem aufgeheizten Parkplatz in der Sonne steht. Denn bei einer Außentemperatur von +30° C im Schatten herrschen ohne Standklimaanlage im Führerhaus nahezu tropische Bedingungen. Und dass ausgerechnet, wenn es Zeit ist, sich in der Fahrerkabine zu erholen und zu schlafen. Eine Standheizung gehört inzwischen zur Grundausstattung. Eine Standklimaanlage nicht. Also ist bei Vielen schwitzen angesagt! Und das wird wohl auch für‘s Erste so bleiben. Aber Kopf hoch, jetzt kommt ja erst einmal der Winter.

Es dürfte allerdings keine schlechte Idee sein, sich jetzt schon einmal Gedanke dazu zu machen, wie Lkw-Fahrer die nächste extreme Wetterlage in der Fahrerkabine überstehen können.  Also her mit Euren Tipps und Tricks: Wie habt Ihr diesen Sommer Eure Fahrerkabine abgekühlt? Und ist im Winter eigentlich wirklich alles easy auf dem Bock? Schreibt uns Eure Erfahrungen in die Kommentare und helft Euch gegenseitig!

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Lkw-Fahrer unter sich – Friede, Freude, Eierkuchen? https://www.stories-from-the-tanke.de/lkw-fahrer-unter-sich/ https://www.stories-from-the-tanke.de/lkw-fahrer-unter-sich/#respond Fri, 31 Aug 2018 14:02:39 +0000 https://www.stories-from-the-tanke.de/?p=1567 Das Verhältnis von Lkw-Fahrern und Autofahrern ist eine Sache. Aber wie sieht es eigentlich aus, wenn Lkw-Fahrer unter sich sind? Wir haben das Gespräch mit den Berufskraftfahrern Reinhard und Matthias auf einem Rastplatz in der Nähe von Münster genutzt, um etwas mehr über die Gemeinschaft der Lkw-Fahrer auf Deutschlands Autobahnen zu erfahren. Lkw-Fahrer unter sich – Im […]]]>

Das Verhältnis von Lkw-Fahrern und Autofahrern ist eine Sache. Aber wie sieht es eigentlich aus, wenn Lkw-Fahrer unter sich sind? Wir haben das Gespräch mit den Berufskraftfahrern Reinhard und Matthias auf einem Rastplatz in der Nähe von Münster genutzt, um etwas mehr über die Gemeinschaft der Lkw-Fahrer auf Deutschlands Autobahnen zu erfahren.

Lkw-Fahrer unter sich – Im Gespräch mit Reinhard und Matthias

Es ist Mittagszeit und uns ist aufgefallen, dass es sehr ruhig auf dem Rastplatz zugeht. Noch sind viele Lkw-Plätze frei – von der Parkplatznot ist um diese Zeit noch nichts zu spüren. Einige Lkw-Fahrer essen zu Mittag, andere haben ihre Gardinen zugezogen und machen ein kurzes Nickerchen. Gespräche untereinander können wir jedenfalls nicht beobachten. Vielleicht möchten die Fahrer um diese Uhrzeit einfach ihre Ruhe haben und eine kurze Pause machen. Wie ist wohl die Stimmung, wenn mehrere Lkw-Fahrer gemeinsam auf einem Rastplatz übernachten? Gibt es gemeinschaftliche Aktivitäten? Kennen die Fahrer sich untereinander und verabreden sich möglicherweise für gemeinsame Pausen? Wir haben nachgefragt!

Gemeinschaftskiller: Handys, Laptops und Fernseher

„Seitdem es Handys, Laptops und Fernseher gibt, ist das mit der Gemeinschaft unter uns weniger geworden“, stellt Matthias fest. Fernfahrer sitzen stundenlang hinterm Steuer – manchmal bis zu zehn Stunden am Tag. Viele sind nach der langen Fahrt hundemüde und verbringen den Abend lieber in Ruhe vor dem Fernseher oder eben dem Laptop. Matthias ist einer von vielen, die selten nach Hause kommen: „Mit dem Handy kann ich abends mit meiner Frau und den Kindern sprechen. Das machen viele andere Kollegen auch so.“ Die Zeit, die die Fahrer zusammen verbringen, sei dadurch in den letzten Jahren weniger geworden. „Ab und zu setzen wir uns aber schon abends zusammen, essen was und unterhalten uns“, sagt Reinhard. Es sei immer interessant andere Fahrer zu treffen und sich auszutauschen. Aber eben auch nicht immer.

Lkw-Fahrer unter sich: Friede, Freude, Eierkuchen? | Stories from the Tanke.

Konkurrenzgefühle trotz 45.000 unbesetzten Stellen

Ein rumänischer Lkw steht neben einem deutschen und ein Lkw aus Luxemburg steht neben einem aus Italien. Das Verhältnis zwischen deutschen und ausländischen Fahrern sei angespannt, berichten Reinhard und Matthias. „Ich habe es schon erlebt, dass deutsche Fahrer einen ausländischen Fahrer nicht bei sich am Tisch sitzen lassen wollten. Wenn ich so etwas mitbekomme, tut mir das schon weh“, sagt Reinhard. „Viele meinen, dass die ausländischen Fahrer uns die Jobs wegnehmen“, fügt Matthias hinzu. Dabei sind allein in Deutschland derzeit 45.000 Stellen unbesetzt – bis 2020 werden mindestens 150.000 Fahrer fehlen. „Wo nehmen uns ausländische Fahrer da bitte die Jobs weg?“, fragt Reinhard und ergänzt: „Für mich spielt es keine Rolle, wo die Fahrer herkommen. Wir sitzen doch alle in einem Boot – Tschechen, Polen, Holländer, Deutsche – alle, die hier unterwegs sind.“

Eine Hand wäscht die andere

Auch wenn gegenseitige Hilfsbereitschaft unter Fahrern nicht immer selbstverständlich ist, helfen Reinhard und Matthias anderen Fahrern gern – vom Einparken bis zu Problemen mit dem Lkw. Matthias hält fest: „Wenn es ernst wird, unterstützen wir uns doch immer. Wenn hier zum Beispiel jemand rückwärts einparken muss, dann komme ich da hin und helfe. Für mich ist das selbstverständlich. Das gleiche tun auch deutsche und ausländische Fahrer auch für mich.“

Ob Rastplatz oder Tankstelle: Das Prinzip „eine Hand wäscht die andere“ funktioniert eben auch wenn Lkw-Fahrer unter sich sind. Freundschaften entstünden aber eigentlich nie. Dazu sei die Autobahn zu groß. Denn dass sie auf ihren Fahrten quer durch Deutschland und über die Grenzen hinaus andere Fahrer noch einmal wieder treffen, kommt so gut wie nie vor. Aber genau das kann den Beruf des Lkw-Fahrers auch ganz spannend machen, findet zumindest Matthias. „Diese Arbeit ist wie Alzheimer. Du lernst jeden Tag neue Leute kennen“, scherzt er.

 

Was die beiden uns noch so erzählt haben, könnt ihr hier noch einmal nachlesen.

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